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Projektvorstellung
Evaluierung der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Norderstedt-Mitte


Teilbereich der
Entwicklungsmaßnahme

 


Wiesen von Norderstedt-Mitte 1978


Norderstedt-Mitte heute



Grünes Leitsystem
zoom (166 KB)

Auftraggeberin:
Entwicklungsgesellschaft Norderstedt mbH, vertreten durch die Stadt Norderstedt

Auftragnehmer:
BPW Hamburg in Kooperation mit Büro Düsterhöft, Hamburg

Bearbeitung (BPW Hamburg):
Elke Pahl-Weber, Timo Weedermann-Korte

Geschäftsfeld und Bearbeitungszeitraum:
Forschung | 2006/2007

Aufgabenstellung:
Die Geschichte der Stadt Norderstedt ist die eines einmaligen ehrgeizigen Projekts in Schleswig-Holstein: Die Gründung einer neuen Stadt vor den Toren Hamburgs mit neuem Zentrum und neuen Wohn- und Gewerbegebieten. Auf der Grundlage des Städtebauförderungsgesetzes vom 13.07.1973 wurde die Landesverordung über die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme erlassen, in der die raumordnerischen Ziele zur Entwicklung der Stadt in Form von drei Teilbereich (Harkshörn, Norderstedt-Mitte und Glashütte) niedergelegt wurden.
Rund 30 Jahre nach den ersten Baumaßnahmen in Norderstedt-Mitte ist nach weitgehender Fertigstellung des neuen Zentrums und Stadtteils die Entwicklungsverordung rückwirkend zum 01.07.2004 aufgehoben worden. Die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Norderstedt wurde insbesondere für das Stadtzentrum mit hohem planerischen und gestalterischen Engagement der Stadt, vom Land durch den Einsatz von Städtebau- und Wohnungsbauförderungsmittel begleitet und durch die Entwicklungsgesellschaft und Bauträger umgesetzt. Heute stellt sich die Stadt der Frage, inwieweit die damals formulierten Planungsziele erreicht werden konnten. Um zum einen den Erfolg der Maßnahme würdigen zu können und zum anderen Ansatzpunkte für Nachbesserungen und Kurskorrekturen zu erkennen, wird die Entwicklungsmaßnahme, und insbesondere Norderstedt-Mitte einer Evaluierung unterzogen.

Bearbeitungsmethodik:
Die Evaluierung erfolgt in erster Linie anhand der vorgegebenen Ziele der Stadt Norderstedt und des Landes Schleswig-Holstein, unter Anwendung eigener fachlicher Einschätzungen und in der Fachwelt anerkannter Ziele zu Wohnqualitäten, Anforderungen an Dienstleistungs- und Handelszentren sowie in Spiegelung von Zeitgeist und Zeitgeschichte. Für die Einschätzung der Zielerreichung wurden Aussagen von an der Planung beteiligten Akteuren und Experten sowie Bewohnern bzw. Nutzern von Norderstedt-Mitte ausgewertet.

Ergebnisse:
Bestimmend für die Planung und die Umsetzung dieser in Deutschland einzigartigen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme war das Ziel von Stadt und Land, keine Schlafstadt vor den Toren Hamburgs entstehen zu lassen. Stattdessen sollte ein städtisches Zentrum mit Mischung der Funktionen Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit im Grünen geschaffen und damit Norderstedt auch in der Wahrnehmung seiner Bürger zur Identität eines eigenständigen Gemeinwesens verholfen werden.
Die Ergebnisse der Evaluierung zeigen, dass diese Zielvorstellungen mit wenigen Einschränkungen erreicht werden konnten. Heute ist Norderstedt-Mitte ein stabiler Stadtteil mit hoher Wohnqualität. Der Wandel in der Nutzung öffentlicher Räume, der Anspruch an Urbanität im Zentrum und der Strukturwandel im Einzelhandel stellen die Herausforderungen vor Ort dar, denen nach Abschluss der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme verstärkt Aufmerksamkeit zukommen muss, um die erreichten hohen Qualitäten auch zu bewahren und weiterzuentwickeln.